Materialfeuchte

Die Materialfeuchte (auch Feststofffeuchte) gibt den Gehalt oder den Anteil des in einem Feststoff enthaltenen freien Wassers an, wobei das Wasser im allgemeinen durch Sorption in den Feststoff gelangt. Die Aufnahme von Wasser wird als Absorption und die Abgabe als Desorbtion bezeichnet. Es kann auf verschiedener Weise in den Feststoff gebunden sein:

  • chemisch gebundenes Wasser (auch Kristallwasser)
  • Adsorptionswasser
  • Adhäsionswasser
  • Kapillarwasser
  • Zwischenraumkapillarwasser
  • Tropfwasser

Für die Materialfeuchte ist im allgemeinen das chemisch gebundene Wasser nicht von Interesse, da dies nicht zu dem freien Wasser zählt. Bei der Angabe von Materialfeuchten ist die Unterscheidung zwischen Feuchtgehalt und Feuchtanteil notwendig, da diese unterschiedliche Berechnungsvorschriften aufweisen.

Die Materialfeuchte kann mit vielen Feuchtemessverfahren bestimmt werden. Unterschieden wird in direkte und indirekte Meßverfahren.

Direkte Meßverfahren

  • Gravimetrisch (Darr-Methode)
  • Kalziumkarbidmethode
  • Karl-Fischer-Titration

Indirekte Meßverfahren

  • Kapazitative Verf.
  • Leitfähigkeitsverf. (Widerstandsmessung)
  • Mikrowellenverf.
  • Infrarotreflexion/absorption
  • Luftfeuchteausgleichsverf.